Etikettenschwindel

Etikettenschwindel

Ihnen ist Ihre Gesundheit wichtig und Sie legen Wert auf Qualität beim Essen? Ja? Gutes, wertvolles Essen darf auch richtig etwas kosten? Nein? Dann sollten Sie die Verpackungen dessen, was in Ihrem Einkaufskorb landet und anschließend auf Ihrem Esstisch, dann sollten Sie das Kleingedruckte wirklich gut studieren, denn nicht immer ist auch drin, was draufsteht.

Wir wissen: Vertrauen ist die Basis und Grundlage tragfähiger Geschäftsbeziehungen, doch genau dieses Vertrauen wird mehr als einmal mehr auf die Probe gestellt, wenn wir uns näher betrachten, was wir so alles auf unseren Tellern vorfinden. Verbrauchertäuschung scheint nicht mehr die Ausnahme von der Regel in der Lebensmittelindustrie zu sein, sondern mittlerweile in großem Stil betrieben zu werden, um die Gewinnmaximierung so richtig anzuheizen. Bewusste Täuschung, ohne Rücksicht auf Verluste?

Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn wir uns diese Liste anschauen:

1. Imitate

Da finden Sie den Alaska SEElachs, einen weißen Fisch, rot gefärbt und soll den Anschein erwecken, ein Räucherlachs zu sein.
Da finden Sie Käse der keiner ist und so manche Pizza ziert,
oder wie wäre es „Kaviar“, der nichts anderes ist, als gefärbter Seehasenrogen?
Da wird minderwertiger Weißfisch in Garnelenform gepresst.

2. Frischelüge

Sie kennen das schön rote Fleisch in der Frischtheke? Gehen Sie davon aus, dass es sich bei den Verpackungen um Sauerstoffverpackungen handelt, die zwar die Schimmelpilzbildung vorantreibt ebenso wie das Wachstum von Bakterien, doch die rote Farbe gaukelt weiterhin Frische vor. Was Sie auf Ihrem Teller haben, ist zähes, ranziges Fleisch.

3. Geschmackslüge

Sie kennen sie die Fruchtjoghurts oder die Tütensuppen, die uns vorgaukeln doch eine beachtliche Menge „gesunder“ Lebensmittel zu enthalten. Fehlanzeige! In einer Champignon-Rahmsuppe ist gerade mal mit einem einzigen Pilz zu rechnen, in einem Erdbeerjoghurt mit einer Erdbeere.

4. Etikettenschwindel

Sie wollen dem Geschmacksverstärker Glutamat ausweichen oder vielen E-Nummern? Das eben
gekaufte Produkt enthält aber Hefeextrakt? Dann haben Sie Glutamat auf Ihrem Teller, nur eben nicht mehr als unpopuläre E-Nummer, sondern als „gesund“ klingendes Hefeextrakt.

Da meint der Verbraucher Rinderhackfleisch einzukaufen, übersieht aber, dass da auch etwas steht von „pflanzlichem Eiweiß“ und dass dieses eigentliche Sojaprodukt sogar mehr kostet, als 100% Hackfleisch. Ein Schelm, der dabei schlechtes denkt. Der Fantasie der Produzenten ist, was „interpretierbare“ Lebensmittelkennzeichnung und Konsumententäuschung anbelangt, offenbar keine Grenze gesetzt.

Auch bei light-Produkten, die Gesundheit und einen geringeren Fettgehalt suggerieren, wischt sich so mancher Konsument unverständlich die Augen, denn „nie war schnittfestes Wasser so teuer“, wie Verbraucherschützer sich über diese dreiste Täuscherei gerne auslassen. (3)

5. Herkunftstäuschung

Verbraucher würden gerne ein wenig mehr bezahlen für original regionale Produkte. Für den Schwarzwälder Schinken genügt es, dass die Tiere zum pökeln dorthin transportiert wurden, aber ursprünglich aus Dänischen Mastbetrieben stammen. Ähnliches gilt für Nürnberger Bratwürste, Dresdner Stollen und andere Produkte mit einer entsprechenden Herkunftsbezeichnung.
Bessere Karten hat der Konsument eindeutig bei Obst und Gemüse. Dort steht tatsächlich zumindest das Herkunftsland. (4 und 5)

Mehr zum Thema finden Sie in den unten stehenden Links. Hilfe bekommen Sie auch bei den Verbraucherzentralen, oder bei qualifizierten Ernährungsexperten, die sie beispielsweise hier finden (http://www.vdoe.de oder http://www.vdd.de )

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/tricks-der-lebensmittelbranche-so-durchschauen-sie-etikettenschwindel-1.1428880

http://foodwatch.de/kampagnen__themen/etikettenschwindel/lebensmittelklarheit/index_ger.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/lebensmittel-foodwatch-kritisiert-etikettenschwindel-bei-light-produkten-a-820132.html (3)
http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/etiketten-schwindel-woher-unsere-lebensmittel-kommen_aid_840135.html (4)

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/lebensmittel-etikettenschwindel-mit-der-naehe/5920198.html (5)

http://www.vz-nrw.de/link668401A.html

Bücher und E-Books:
http://foodwatch.de/buch_essensfaelscher/index_ger.html
http://www.vz-nrw.de/link913051A.html

Das Wohl des Menschen im kranken Gesundheitssystem

Das Wohl des Menschen im kranken Gesundheitssystem

Ich kann mich noch gut an meinen alten Hausarzt erinnern, bei dem ich als Kind war. Ein ruhiger, gelassener, gütiger, älterer Herr, der gerne so etwas sagte wie: „Na wo fehlt es der jungen Dame denn dieses Mal?“ Und dann ließ er sich erklären, wie die Kieselsteine ins Knie kamen, oder die schlimme Wunde auf die Rückseite der Wade. Ärztlicher Heilberuf war in erster Linie menschliche Zuwendung, persönliche Begegnung, ganzheitliches HEIL machen, dadurch dass dort Hilfe und Unterstützung gegeben wurde, wo dem Menschen etwas zu seinem Wohle FEHLT.

Und heute? Heute ist das Gesundheitssystem selbst krank und spürt in seinem Berechnungs- und Kontrollwahn nicht einmal mehr, was ihm FEHLT.
Heute hat die Ökonomisierung längst Einzug gehalten in der Medizin und hat das ursprüngliche Ziel des DIENSTES am kranken Menschen längst aus den Augen verloren womit sich fundamental auch die damit verbundene Basis, die Ethik verändert.

Der Medizinethiker Prof. Dr. G. Maio bringt es auf den Punkt. In seinem jüngsten Artikel im Ärzteblatt nennt er neun fundamentale Änderungen, die das Gesundheitswesen langsam vom Heilen zum Verkaufen und seine Helfer/Heiler mehr und mehr zu Managern machen.

Der Wandel

1. Strukturelle Abschaffung der Zuwendung
2. Formale Normen statt menschlicher Beziehung
3. Ökonomische Überformung des Ärztlichen
4. Entwertung des Ärztlichen
5. Zunehmende Deprofessionalisierung der Experten (Dem „Leistungserbringer“ wird bis ins Detail vorgeschrieben, was er wie tun soll.)
6. Trivialisierung der medizinischen Leistungsangebote. Die Übernahme ökonomischer Leitgedanken führt zunehmend zu einer Versachlichung, Verrechtlichung und Entpersonalisierung der Medizin.
7. Von der Fürsorge zur marktförmigen Dienstleistung (Outputorientierte Q-sicherung)
8. Tauschverhältnis statt bedingungsloses Helfen
9. Unparteilichkeit statt Anteilnahme
Der größte Schaden, den das rein ökonomische Denken anrichtet, ist letzten Endes die emotionale Distanzierung vom Patienten: Es gibt den perfekten Service ohne persönliche Anteilnahme am Schicksal des kranken Menschen. Die Ökonomie führt neue Werte ein; anstelle des empathischen Engagements wird die unparteiische Dienstleistungserbringung gepriesen. Die selbstverständliche Unmittelbarkeit des Gebens gerät zur Hilfe nach Berechnung, zur Hilfe nach Kalkül.
10. Unterwerfung unter das Diktat des Erfolgs

Die Folgen

Viele innerhalb des Systems, spüren, dass da etwas Grundsätzliches schief läuft. Mehr und mehr Ärzte, Pflegepersonal, Heilhilfsberufe brennen aus, leiden unter der sich ausbreitenden Ökonomisierung, werden krank und werden somit selbst zu Hilfesuchenden.

Viele Patienten empfinden sich nur noch als Nummer, ohnmächtig ausgeliefert und entmenschlicht.
Doch es gibt sie noch im System: DIENSTleister innerhalb des Gesundheitssystems, die nicht verkaufen, sondern sich in den Dienst des Wohles der Menschen stellen. Ein guter Heiler und Helfer ist auch heute noch derjenige, bei dem man das Gefühl hat, dass er mit der größten Selbstverständlichkeit das Gute tut, ohne zu berechnen, ohne Vorbehalt. Ein guter Heiler und Helfer gibt etwas, er gibt seine Zeit, er verschenkt seine Aufmerksamkeit, er verschenkt sein mitmenschliches Interesse. Ein guter Heiler und Helfer kann am Ende nur dann gut sein, wenn er signalisiert, dass er im Kontakt mit seinen Patienten noch über eine letzte Ressource verfügt, und das ist ein Rest unverplanter Zeit, die er sich bereitwillig, ohne Schaden zu befürchten, nehmen kann.

DIENSTleister – verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl

Es lohnt sich nach ihnen zu suchen und nach ihnen zu fragen, seinem eigenen Gefühl zu vertrauen. Es gibt sie und – in der Regel spricht es sich herum, wo man mit dem, was uns fehlt gut aufgehoben ist.
Die „guten Hirten“ – wir benötigen Sie nicht nur dringend in der Wirtschaft, sondern mehr und mehr auch dort, wo man neuerdings von „Gesundheitsmanagern“ spricht.

Um das Spagat zwischen sinnstiftendem Dienst und ökonomischem und messbarem Diktat zu schaffen, stehe ich Ihnen gerne mit entsprechendem Führungskräftecoaching zur Seite und Sie dürfen sich sicher sein: Ich schenke Ihnen viel unverplante Zeit, damit Sie wieder in Ihr Wohl und Gleichgewicht finden.

Quellen:
(1) http://www.aerzteblatt.de/archiv/125072
(2) Johannes Röser. Vom Heilen zum Verkaufen? (CIG Nr. 27/2012. S.411f)
(3) Prof. Giovanni Maio. Mensch im Mittelpunkt

Und für den Fall, dass Sie sich dafür interessieren, wie bedeutsam Beziehungsarbeit ist, dann lesen Sie doch mal hier:

Neue Gesundheitsstudie DEGS veröffentlicht

Neue Gesundheitsstudie DEGS veröffentlicht


„Das was wir heute vorstellen, ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagte Bärbel-Maria Kurth, Leiterin der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung am RKI.
Die aktuelle DEGS-Studie (1) des Robert Koch Instituts, in der Daten zum Gesundheitszustand und zu chronischen Erkrankungen erfasst wurden, bringt es an den Tag. Übergewicht, Diabetes und Burnout/Depressionen sind weiterhin auf dem Vormarsch.

Ein paar bemerkenswerte Daten bringt die Studie zu Tage.
1.Das Ausmaß an Übergewicht nimmt zu (2)
2.Von 1998 bis heute haben insbesondere Männer an Pfunden zugelegt (2)
3.Nach dieser Studie ziehen jetzt adipöse Frauen und Männer mit knapp 23% gleich (2)
4.Auch bei Diabetes haben Männer kräftig zugelegt (3)
5.Die Zunahme ist beträchtlich und beträgt zwischen den Daten 1998 und heute 24% (3)
6.Einmal wöchentlich Sport treiben heute mehr Erwachsene, als in der Befragung 1998 (4)
Hat den Forschern jemand gesagt, dass 1x/Woche Sport treiben die Bewegungsbilanz so gut wie nicht beeinflusst?)
7.Depressionen haben insbesondere bei den 19-29 jährigen zugenommen und scheint mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status zu korrelieren (5)
8.Burnout ist am häufigsten in der Altersklasse 50-59 Jahre und ist häufiger in Kreisen mit einem hohen ökonomischen Status (5)
9.Frauen sind von beiden Phänomenen deutlich häufiger betroffen, als Männer (5)
Diese Studie wirft viele Fragen auf. Die Forscher stellen zwar eine Steigerung der obigen Erkrankungen fest, doch bezeichnen sich fast 80% der Studienteilnehmer ihren aktuellen Gesundheitszustand als sehr gut oder gut! Gesund SEIN ist folglich nicht dasselbe wie „sich gesund FÜHLEN“.

Ziel dieser Studie ist es u.a. nicht nur Daten zu erheben, sondern durch weitergehende wissenschaftliche Studien Ansätze für die Prävention zu finden, nur: Wie soll jemand gesund gemacht/gehalten werden, der sich nicht krank fühlt?
Bisherige Präventionsmaßnahmen (Kampagnen, gegen Diabetes, Übergewicht, Entspannungsangebote, Aufklärungsmaßnahmen zum Thema gesunde Ernährung und Bewegung) scheinen gescheitert zu sein. Und zeigen diese neuen Daten nicht auch Folgendes: Die BEHANDLUNG von Adipösen und Übergewichtigen, von Menschen mit Diabetes Typ 2, sowie für Menschen mit Burnout und Depressionen scheinen völlig unzureichend zu sein.
Und etwas ganz Entscheidendes wird hier mal wieder trotz ganzer Fluten an Datensammlungen übersehen. Krankheit ist etwas gänzlich anderes als subjektiv empfundene Gesundheit und dies ist wiederum nicht zu vergleichen mit einer subjektiv empfundenen Lebens-Zufriedenheit, die einmal mehr NICHT erfasst wurde.
So lange bis die nächsten Daten veröffentlicht werden, machen wir derweil unsere Arbeit weiter und kümmern uns um diejenigen Menschen, die ganz freiwillig etwas für ihr eigenes Wohl und ihre eigene Lebenszufriedenheit tun möchten. Ob dadurch subjektiv empfundene Gesundheit dann in objektiv messbare Gesundheit umschlägt, das ist für uns zunächst einmal sekundär, wagen aber zu behaupten, dass das von hinten aufgezäumte Pferd zumindest Erfolg versprechender ist, als Präventionsmaßnahmen, welche die Wünsche, Bedürfnisse, die subjektiven Empfindungen der angesprochenen Menschen außer Acht lassen.

(1)
http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_w1/degs_w1_node.html;jsessionid=1F5F1F24FEE590D7B6CDEBD160377863.2_cid248 Gesundheitsmonitoring
http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_w1/degs_w1_node.html;jsessionid=1F5F1F24FEE590D7B6CDEBD160377863.2_cid248
(2) http://www.spiegel.de/fotostrecke/gesundheitsstudie-deutschland-degs-so-gesund-leben-die-deutschen-fotostrecke-83633.html
(3) http://www.spiegel.de/fotostrecke/gesundheitsstudie-deutschland-degs-so-gesund-leben-die-deutschen-fotostrecke-83633-2.html
(4) http://www.spiegel.de/fotostrecke/gesundheitsstudie-deutschland-degs-so-gesund-leben-die-deutschen-fotostrecke-83633-3.html
(5) http://www.spiegel.de/fotostrecke/gesundheitsstudie-deutschland-degs-so-gesund-leben-die-deutschen-fotostrecke-83633-4.html

Was zufrieden macht…

Was zufrieden macht…


Die Mehrheit aller Deutschen ist zufrieden mit ihrem Leben, zumindest war das 2008 so. Auf einer Glücksskala von 1-10 gruppieren sich 67% zwischen acht und zehn ein. Der Durchschnitt des Wohlbefindens ist mit 7.4 ziemlich hoch. Doch es gibt Unterschiede. Während viele ihr Glück bereits gefunden haben, sind Viele noch auf der Suche nach Wohlbefinden.
Beamte sind zufriedener als andere Berufsstände, Arbeitslose sind unglücklicher als Berufstätige, ein hohes Haushaltseinkommen scheint ebenfalls zum Wohlbefinden beizutragen.
Doch was sind die Faktoren, die den Menschen Wohlbefinden schenken?

      > Gesundheit und Familie (87%)
      > Intaktes Elternhaus mit Liebe und Geborgenheit (74%)
      > Einen Arbeitsplatz haben (56%)
      > 77% der Frauen finden Wohlbefinden in den „ kleinen Dingen des Lebens“

Was die Studie noch ans Tageslicht beförderte: Wohlbefinden und lebenslanges Lernen und sich weiterbilden schließen sich nicht aus, im Gegenteil, sie bedingen einander. (1) Der Mensch ist eben ein Übender (2),  ein Mensch unterwegs….

Heute…

Aktuelle Befragungen unter Jung-Akademikern zeigen, dass das Thema Sicherheit an Bedeutung gewinnt.
Einen sicheren Arbeitsplatz haben, ist für 70% der Befragten ein ganz besonders wichtiges Kriterium (repräsentative Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag des Reemtsma-Begabtenförderungswerks) ebenso wichtig ist für 51% der Befragten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und rangiert damit eindeutig vor „hohem Einkommen“ und „herausfordernde Tätigkeit“.

Kommt hier bereits zum Tragen, dass mehr und mehr Firmen den jungen Menschen nur noch befristete Arbeitsverträge geben? Und wen wundert es dann noch, dass das Thema Familie ebenso wichtig wird, wie der Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz? In unsicheren Arbeitsverhältnissen ist es fast unmöglich, entspannt und zufrieden eine Familie zu gründen.
In solchen Situationen hilft ein offenes Gespräch mit dem Chef, oder professionelles Coaching. Im Extremfall bleibt kein anderer AusWEG, außer die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt Kienbaum Communications. Sie fanden heraus, dass für 71% der Studenten „Familie“ und „Freunde“ wichtiger ist, als „Erfolg und Karriere“. (3)
Und wechselt ein „High-Potential“ seinen Arbeitgeber, spielen in Deutschland in 86% der Fälle private Gründe eine Rolle. (4)

Und was meint der aktuelle OECD-Zufriedenheitsindex? Deutschland ist bei den Nörglern ziemlich weit vorne aber nicht bei den zufriedenen…Doch – für den Einzelnen mag etwas ganz anderes gelten. (5)

Menschlich…

Nicht wirklich überraschend sind diese Ergebnisse, wenn man Mensch daseseinsanalytisch betrachtet. Dann ist Mensch immer auch MITmensch, ein soziales Wesen, dessen zufriedenes Dasein, immer auch ein MItsein ist, ein gemeinsames „in der Welt sein“ – . „To be there is to be with“ (6) Von anderen Menschen losgelöstes Glück in Form von „Geld, Erfolg“ rücken damit zwangsläufig auf hintere Plätze zurück und spiegeln sich schon im uralten Volksmund wider: „Geld allein macht nicht glücklich.“ Dies wird durch aktuelle Erkenntnisse des Reichtums Forschers Thomas Druyen bestätigt. (7)

Die kleinen Dinge…Ein Gedicht zum Thema

Zufriedenheit

‘s schwimmt menge Ma im Überfluß
het Huus und Hof und Geld
und wenig Freud und viel Verdruß
und Sorgen in der Welt.
Und het er viel, se gehrt er viel
und neeft und grumset allewil.
Und ‘s seig jo doch so schön im Tal,
in Matte, Berg und Wald,
und d’Vögeli pfifen überal
und alles widerhallt,
e rueihig Herz und frohe Mut
isch ebe doch no ‘s fürnehmst Gut.
So het’s Margretli gsunge, und o chönnti’s nonemol höre.
Chönnti’s nonemol seh! Gott geb em Freuden und Gsundheit.

Johann Peter Hebel (8)

Quellen:

(1) http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_23599_23600_2.pdf
(2) http://www.amazon.de/mu%C3%9Ft-dein-Leben-%C3%A4ndern-Anthropotechnik/dp/3518419951/ref=tmm_hrd_title_0
(3) http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/wuensche-der-studenten-lieber-persoenliches-glueck-als-schnelles-geld-11793568.html
(4) http://www.kienbaum.de/desktopdefault.aspx/tabid-501/649_read-11761/
(5) http://www.oecdbetterlifeindex.org/
(6) http://de.wikibooks.org/wiki/Martin_Heidegger/_Sein_und_Zeit/_Viertes_Kapitel_%C2%A7%C2%A7_25%E2%80%9327
(7) http://www.mainpost.de/ueberregional/politik/zeitgeschehen/-Geld-allein-macht-nicht-gluecklich;art16698,6800668
(8) Johann Peter Hebel: Gesamtausgabe, Herausgegeben von Wilhelm Zentner, Band 3, Karlsruhe: C.F. Müller,Karlsruhe 1972, S. 196.: Zufriedenheit.

 

Top 10 der beliebten Trainingsmethoden

Die Meinung der Weiterbildner ist eindeutig – und bei Ihnen?

Coaching ist an erster Stelle

managerSeminare hat nachgefragt und aus den Antworten von 360 Weiterbildnern ein Methoden-Ranking erstellt. Im Vergleich zu der ersten Erhebung 2008 gibt es einige Verschiebungen.  Während 2008 noch Supervison an erster Stelle stand, ist heute das Coaching Spitzenreiter. Damals lag es noch auf Platz 5.

Was macht Coaching so attraktiv, obwohl doch so viel rund um Coaching kontrovers diskutiert wird? Ein Wort, das inflationär benützt wird, ein Tummelplatz für Möchtegern-Weltverbesserer und Nichtskönner? Sicherlich muss bei Coaching genauso hingeschaut werden, wie bei Beratern, Trainern, Consultants jeglicher Couleur. Doch das tun wir doch auch in anderen Branchen, wie Rechtsanwälten, Frisör, Zahnarzt, nicht wahr?

Coaching ist attraktiv, weil es wirkt und Kosten spart. Viele Unternehmer rechnen. Ein Coaching der Chefetage ist unterm Strich häufiger nachhaltiger und günstiger, als Mitarbeiter permanent und für alles in Fach- und Methoden-Trainings zu schicken, deren Effizienz häufig zu wünschen übrig lässt.

Coaching hat auch einen Wandel vollzogen. Wurde früher unter Coaching lösungsorientierte Beratung verstanden, geht es heute im Coaching um Sichterweiterung im Sinne einer eigenen Reflektion. Der Coach ist damit nicht mehr Ratgeber, sondern Sparringpartner für einen eigenen Entwicklungsprozess. Dieser Wechsel scheint mittlerweile auch für Kunden attraktiv zu sein.

Simulation

Auf dem zweiten Platz im Gesamtranking finden sich die Simulationen, meist in Form von Rollenspielen eingesetzt.  Das einzig Gute an den Rollenspielen ist für mich, das „Sich-Ausprobieren“  oder  Üben. Doch ein „Lassen sie uns mal so tun als ob“ kann das nicht funktionieren.  Ich präferiere da eindeutig die Realsituation, die im Coaching ausgezeichnet reflektiert und vorbereitet werden kann. Ein so tun als ob braucht es dazu meiner Ansicht nach nicht. Wie sagten mir jahrelang Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, Powerpoint und Rollenspiel erprobt: „Es tut so gut, auch einmal etwas anderes zu bekommen, als Frontal Powerpoint-Präsentationen oder dümmliche Rollenspiele, die mit der Realtität so gar nichts zu tun haben.“

Eine professionellere Art, das zu tun, was Simulation verspricht, sind Systemaufstellungen, oder in Seminaren, die Arbeit mit Elementen des Psychodrama. Doch wer das macht, sollte wissen, auf was er sich einlässt und was er da tut, denn mit ein wenig „wir tun mal so als ob“, haben diese Methoden dann nichts mehr zu tun, sondern sind Methoden, die unterbewusstes bewusst machen.

Storytelling

Mich persönlich freut der Sprung des Storytelling von Platz 14 auf  Platz 6 der beliebtesten Trainingsmethoden.

Wie so häufig, verstehen viele Menschen unter dieser Methode ganz unterschiedliche Dinge. Während die Einen von „Geschichten erfinden“ sprechen, oder „sich und sein Unternehmen in ein besseres Licht stellen“, verhält es sich bei anderen um hocheffiziente Lehr-Lernmethoden, die das Unbewusste und Unterbewusste ansprechen.

Durch das Erzählen von Geschichten und das Bereitstellen von Metaphern sollen Lernende Inhalte besser aufnehmen können, sich selbst reflektieren, das eigene Denken angeregt werden.

Nur, wirklich neu ist das nicht. Bereits die alten Griechen haben mit Hilfe der Dramen die Menschen emotional berührt und zum Nachdenken gebracht. Auch bei mir stehen Geschichten ganz zentral im Zentrum meiner Arbeit als Coach, Berater und Trainer.

Supervision

Während man früher den Begriff Supervision ausschließlich in sozialen und therapeutischen Kontexten verwendet hat, wird die Methode mehr und mehr auch im Businesskontext beliebt. Sie steht im Ranking bereits an 7. Stelle.

Nach EAS wird Supervison wie folgt definiert: Supervision ist ein Beratungskonzept, mit dessen Hilfe Einzelpersonen, Teams, Gruppen und Organisationen ihre berufsbezogenen Handlungen und Strukturen reflektieren. Mit Hilfe einer/s Supervisorin / Supervisors werden berufsbezogene Problemkonstellationen auf Lösungen hin bearbeitet.

In unseren Supervisionen gehen wir noch einen Schritt weiter. Supervision ist die Beratung über Beratung/Coaching/Führung und stellt den Berater, den Coach und die Führungskraft mit seinen Emotionen, seinem Denken, seinem Handeln ins Zentrum. Ziel der Supervision ist eine Sichterweiterung und Verstehenshilfe auf sich selbst, einen Anderen oder eine Blockade, einen Widerstand beruflicher Art zu überwinden und zum eigenen Wohle und zum Wohle von Klienten/Patienten, seine Arbeitsweise regelmäßig zu überprüfen und zu reflektieren.

 

Welche Methoden schätzen Sie am meisten, und weshalb? Ihre Meinung interessiert mich…

Die Top 10 der Training- und Beratungsmethoden im Überblick

1. Coaching
2. Simulationen
3. Action Learning
4. Problembasiertes Lernen
5. Gewaltfreie Kommunikation
6. Storytelling
7. Supervision
8. Collaborative Learning
9. Großgruppenübungen
10. NLP-Methoden

Quelle: Umfrage „Trainingsmethoden 2010“ unter 360 Weiterbildner, managerSeminare, Bonn 2010. Das Ranking wurde auf Grundlage der prozentualen Antwortverteilungen auf folgende Frage errechnet: Wie oft nutzen Sie diese Trainingsmethode?